Verfahren und Produkte

Das Verfahren Waldstratifizierung ist ein Raster-GIS-gestütztes empirisches Modell, das durch logisch-systematische Kombination von Geoparametern (i.e. Standorteigenschaften Wuchsgebiet, Höhenstufe, Hanglage, Geländeform, Hangneigung und Substrat [Bodenbildendes Ausgangsgestein]) ökologisch vergleichbare Standorte (Waldstatum) klassifiziert und diese in einen Waldtyp übersetzt. Siehe dazu Waldstandort-Modell

Der Waldtyp ist die Grundeinheit der Waldtypologie. Er umfasst Waldstandortseinheiten mit den entsprechenden Waldgesellschaften über die strengen Grenzen des Wuchsgebietes und der Höhenstufe hinaus. Der Waldtyp besitzt regionale Gültigkeit und ist +/- homogen bezüglich Wärme-, Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie Vegetationszusammensetzung.

Vorteile

  • systematischer nachvollziehbarer Ansatz mit großflächig vergleichbaren Ergebnissen für die flächenmäßig überwiegenden Hauptwaldstandorte (Kartierer-Unschärfe minimiert)
  • zeiteffizient (ca. 50.000 ha Wald / Saison * 2  Personen) und  kostengünstig (5-10% der klass. Standortkartierung)

Einschränkungen

  • Maßstab  und inhaltliche Genauigkeit (Lockergesteine) geologischer Karten (1:50K bis 1:25K) begrenzen Detailschärfe des Modells
  • Genauigkeit liegt generell zw. 65 und 75%, Abweichungen in der Natur (Lokalklima, rezente Geoprozesse, variables Substrat)
  • Sonderwaldstandorte nur bedingt modellierbar (bei Verfügbarkeit flächiger Geoprozesse aus Fernerkundung oder Modellen (z.B. Rutschungen, Lawinare, bestimmte Bestockungstypen)
  • Produkt im Maßstab 1:25.000 (Lokalmaßstab 1:5.000 – 10.000 bei Terrestrischer Standortskartierung). Kleinste Einheit ca. 1/3 ha.
Projektablauf

Vorerkundung und Vorstratifizierung: Auswertung aller verfügbaren Geo-/Biodaten (Klimamessstellen, Niederschlagskarte, Aktuelle Vegetationskarte, Vegetations- und Standortsaufnahmen, Geologische Karten für die Ableitung von Substrat-Einheiten) zur Festlegung möglicher Waldtypen im Gebiet

Terrestrische Standorterkundung: Geländeaufnahmen zu Standort, Boden, Vegetation und Bestand
Ableitung des Substrat- und Standortschlüssels

Aufbau und Eichung des Standortmodells: Über das Geoökologische Standortmodell erfolgt die logisch-systematische Kombination der bestimmenden Geoparameter zur Standortseinheit. Mittels repräsentativer, terrestrisch erhobener Eichpunkte bzw. Transekte wird das Standortmodell getrimmt.

Produkte

Handbuch: Textliche und grafische Aufbereitung der dargestellten Waldstandorteinheiten, Waldtypen bzw. Waldgesellschaften als ökologisches Handbuch bzw. in Form von Steckbriefen

Karten: Wichtigstes Thema ist die Waldtypenkarte, eine Waldstandortskarte auf Basis des Standortmodells. Auf Wunsch erfolgt  die Implementierung diverser Themen der Standortmodellierung in das Geografische Informationssystem des Auftraggebers.